· · · Gefahren im Haushalt · · ·
Der eigene Haushalt - eine gefährliche Umgebung (?)
Die Liste der Leichtsinnigkeiten im Alltag ist leider enorm lang: Zimmerbrände, unsachgemäße Aufbewahrung von Medikamenten, gefährliche Einrichtungsgegenstände für Kinder, schwere Verletzungen durch Nichtbeachtung der Sicherheitsvorschriften von Heimwerkergeräten, Sportausübung mit schlechter Ausrüstung.
Im Jahre 2000 ereigneten sich statistisch erfasste 5,36 Mio. Unfallverletzungen in Heim und Freizeit, 84% aller Brände ereignen sich in Privathaushalten, von den rund 1,9 Millionen Unfällen, bei denen Kinder zu Schaden kommen, ereignen sich allein 22 Prozent im häuslichen Umfeld.
Dem Ursprung dieser Homepage rechnungstragend soll an dieser Stelle "nur" die Gefahren eines Brandes im Haushalt beleuchtet werden. Darüber hinaus möchten wir Ihnen Tipps geben, wie Sie potentiellen Gefahren entgegnen und im Fall der Fälle erste Maßnahmen selbst ergreifen.
Zunächst sollte man sich die Frage stellen, an welchen Stellen im Haushalt besondere Gefährdungen zur Entstehung eines Brandes bestehen:
- Heizstätten
Allgemein betrachtet sind das alle Geräte oder Gegenstände, die Wärme erzeugen, wie Heizung, Heizgeräte, Kochplatten, Backöfen, Kamine, Kachelöfen oder Feuerstellen. Die Gefahr geht dabei aber in der Regel nicht primär von den Geräten aus, sondern von den sogenannten Energieträgern, meistens Brennstoffe oder elektrischer Strom.
Heutige fachmännische Heizungsinstallationen unterliegen gewissen Auflagen, die das Beheizen einer Wohnung oder eines Hauses vom Brandschutzgesichtspunkt her zu einer relativ sicheren Angelegenheit machen. Aber die Betonung liegt hier auf heutige fachmännische Heizungsinstallationen. Gerade beim Heizen mit Erdgas sollte man darauf achten die Heizungsanlagen regelmäßig zu warten und keine eigenständigen Umbauten daran vornehmen!
Gefährlichere Heizstätten stellen mobile Heizgeräte dar. Die Gefahr geht dabei meistens von der Wahl des Standortes aus. Achten Sie beim Betreiben von mobilen Heizgeräten darauf, dass sich im Abstand von min. ½ m keine brennbaren Stoffe und schon gar keine leicht entzündlichen Stoffe befinden ! Außerdem sollte man offene Feuerungen (z.B. Kamin) oder auch Öfen, die eine hohe Wärmeentwicklung haben (z.B. Holzöfen) nicht unbeaufsichtigt lassen ! Bei offenen Feuerungen kann durch Funkenflug und bei sehr heiß brennenden Öfen durch Wärmestrahlung Brände ausgelöst werden. Bei Holzfeuerungen achten Sie auch auf die richtige Standortwahl für die Lagerung des Holzes. Für zusätzliche Sicherheit kann man an solchen Stellen Rauchmelder installieren und geeignetes Löschmittel bereit stellen. Früher Vogel fängt den Wurm, wenn Sie Feuerstellen beaufsichtigen und frühzeitig Brandstellen entdecken, können Sie diese mit Wasser oder Feuerlöschern noch leicht eindämmen. Wenn Räume bereits stark verqualmt sind, bringen Sie sich und alle anderen Personen in Sicherheit und rufen Sie die Feuerwehr!
In der Küche ergibt sich durch Kochplatten und Backöfen auch ein besonderer Gefahrenschwerpunkt. Wie es mit allen vermeintlich gefährlichen Geräten so ist, ist die Gefahr bei der bestimmungsgemäßen Nutzung minimal. So einstehen z.B. Fettbrände nicht beim "normalen" Braten, sondern nur, wenn das Fett alleine sehr hoch erhitzt wird. Die große Brandgefahr in der Küche geht meistens von vergessenen kochenden Töpfen oder Pfannen aus ! Fett- oder Ölbrände niemals mit Wasser löschen ! Entzündet sich in einer Pfanne Fett oder Öl, so herrschen dort schon Temperaturen von 300 - 400 °C ! Halten Sie Abstand zur brennenden Pfanne, durch die Flammen wird sehr heiße Fetttröpfchen umhergespritzt, die schwere Verbrennungen verursachen können ! Rufen Sie sofort die Feuerwehr und retten Sie sich und andere aus dem Gefahrenbereich ! Durch die hohen Zündtemperaturen sind eigene Löschversuche wahrscheinlich vergeblich. Einzige sinnvolle Möglichkeit zum Löschen eines Fettbrandes sind spezielle Feuerlöscher, die den Zusatz "geeignet zum Löschen von Speiseöl- und Speisefettbränden" tragen. Aber auch hier besteht das Risiko, dass Sie sich bei unsachgemäßen Anwendung schwer verletzen!
- Werkzeuge
Bei der Arbeit mit Schweißgeräten oder Trennschleifern entstehen an den Werkstücken aus der Arbeit sehr hohe Temperaturen. Schon oft sind Brände durch unachtsames Arbeiten mit solchen Geräten entstanden.
Es gilt auch hier, dass durch gewisse Maßnahmen die Sicherheit des Arbeitens mit Schweiß- und Schleifgeräten erhöht werden kann. Eine ernste Gefahr ergibt sich durch das unkontrollierte Entstehen von Funken und Schweißperlen. Man sollte vor Beginn der Arbeiten darauf achten, dass brennbare Stoffe aus einem großzügig bemessenen Bereich rund um die Arbeitsstelle entfernt werden. Wenn das nicht möglich ist, dann sollte man geeignete Löschmittel bereitstellen (ein Eimer Wasser ist besser als nicht, aber je nach dem was für brennbare Stoffe in der nähe Lagern, sollte es vielleicht besser ein Feuerlöscher sein)! Bei Arbeiten in der Nähe von Isolierungen, seien es Dach-, Decken- oder Leitungsisolierungen sollten bis zu 24 Stunden nach den Arbeiten regelmäßige Kontrollen der Bereiche erfolgen, da durch Schwelbrände Stunden nach den eigentlichen Arbeiten verheerende Brände entstehen können. Bei der Arbeit mit genannten Geräten innerhalb von Werkstätten sollte man dringendst darauf achten, dass man seine alten Farb- und Lackbestände, sowie Altöl und Reservekanister aus der Gefahrenzone räumt. Sollten solche "Chemikaliensammlungen" doch mal Feuer fangen dann entfernen Sie sich schnellsten von der Gefahrenstelle und verständigen die Feuerwehr!
- vieles andere
Alles was brennt, kann anderes anzünden. Das hört sich so logisch an, aber wenn man sich mal im Haushalt umschaut, entdeckt man doch einiges, was zur Quelle eine Großbrandes werden könnte.
- Kerzen
... sind zwar schön anzusehen, aber wehe man vergisst sie zu löschen, der Kerzenständer, der in der Winterszeit vielleicht mit Tannengrün dekoriert ist, entflammt sehr schnell !
- Zigaretten
... leider muss man immer wieder den Nachrichten tragische Fälle entnehmen, in denen Raucher mit brennender Zigarette eingeschlafen sind und selbst Opfer des dadurch entstandenen Feuers wurde.
- Bügeleisen
... gerade Bügeleisen älterer Generation, die über keine Notabschaltung verfügen, bürgen beim vergessen nicht unerhebliche Brandgefahren.
- Elektrogeräte
... es ist immer bequemer alle möglichen (Unterhaltungs-)Geräte per Fernbedienung an und auszuschalten, im "Standby"-Modus stehen diese Geräte aber trotzdem noch unter Strom und können sich bei Defekten in der Elektrik entzünden.

